Erkrankungen der Nieren

Bei den Erkrankungen der Nieren wird zwischen primär renalen Erkrankungen, die direkt von den Nieren ihren Ausgang nehmen, und den sekundären Formen unterschieden. Das Spektrum der primären Nierenkrankheiten reicht von den immunologisch entzündlichen Erkrankungen (Glomerulonephritis) über Infektionen (Pyelonephritiden) bis hin zu angeborenen genetischen Störungen (z. B. Zystennieren). Funktionelle Störungen und Gewebsdestruktionen können auch durch Toxine und Arzneimittel entstehen. Unabhängig davon führen manche Systemerkrankungen (Diabetes mellitus, Bluthochdruck, Autoimmunerkrankungen) sekundär zur Schädigung der Nieren, wobei in solchen Fällen die Behandlung der verursachenden Grunderkrankung im Vordergrund steht. Ein wesentliches Ziel jeder Therapie ist die Stabilisierung der Nierenfunktion, um ein Fortschreiten der Krankheit zu verhindern oder zu verlangsamen (Progressionsverzögerung).


Störungen der Nierenfunktion und Begleiterkrankungen

Nachdem die Nieren im menschlichen Organismus viele unterschiedliche Aufgaben haben (Entgiftung, Regulation des Flüssigkeits- und Salzhaushaltes, Regulation des Blutdruckes, Produktion von Hormonen), ist die Verschlechterung ihrer Funktionen oder deren kompletter Ausfall ein komplexes Problem, das meist auch andere Organsysteme bzw. den gesamten Organismus betreffen kann und deshalb anspruchsvolle therapeutische Interventionen erfordert. Typische Probleme sind Hypertonie, Anämie, Erkrankungen des Knochenstoffwechsels, metabolische Störungen sowie Herz- und Gefäßerkrankungen. Im fortgeschrittenen Erkrankungsstadium sind deshalb kurzfristige Kontrolluntersuchungen und eine umfassende medikamentöse Behandlung nötig. Bei Ausfall der Nierenfunktion besteht die Möglichkeit für Ersatztherapien in Form von Hämodialyse (Blutwäsche), Peritonealdialyse (Bauchdialyse) und Nierentransplantation. Nur durch Transplantation kann wieder eine vollkommen normale Organfunktion hergestellt werden. Alle Arten von Dialyse, sowie die Vorbereitung vor der Transplantation und die Nachsorge nach erfolgreicher Operation werden von Nephrologinnen und Nephrologen durchgeführt.