SARS-CoV-2 Infektionen im ÖDTR

Dr. Julia Kerschbaum, MSc, MPH, Österreichisches Dialyse- und Transplantationsregister, Department für Innere Medizin IV – Nephrologie und Hypertensiologie, Medizinische Universität Innsbruck 

Seit Beginn der SARS-CoV-2 Pandemie erhebt das Österreichische Dialyse- und Transplantationsregister (ÖDTR) im Auftrag der Österreichischen Gesellschaft für Nephrologie (ÖGN) die Anzahl der SARS-CoV-2 Infektionen bei österreichischen Dialyse- und TransplantpatientInnen. Um die Meldung so einfach wie möglich zu gestalten, wird nur ein minimaler Datensatz abgefragt.

Verlauf der kumulativen Anzahl von SARS-CoV-2 Infektionen

Bis zum 12.2.2021 wurden dem ÖDTR insgesamt 599 Infektionen bei Dialyse- und TransplantpatientInnen gemeldet, davon 459 HD- und PD-Patienten sowie 140 Nierentransplantierte (Grafik).

Grafik: Kumulative Anzahl der SARS-CoV-2 Infektionen und assoziierten Todesfälle, Stand 12.02.2021. Die rückwirkende Steigerung der Fallzahl ergibt sich durch verspätete Meldungen.

Wer ist betroffen?

Das durchschnittliche Alter der Infizierten betrug 66,1 Jahre ± 15,6 Jahre, 59,8 % waren männlich. Insgesamt wurden 50,4 % der Infizierten in stationärer Betreuung weiterbehandelt, 14,5 % verstarben, 16,8 % der Dialysepatienten und 7,1 % der Nierentransplantierten.

Analog zur Gesamtbevölkerung zeigt sich nach dem Ende der zweiten Infektionswelle nun auch eine Stabilisierung der Infektionszahlen sowohl bei Dialyse- als auch Transplantpatienten. Das ÖDTR wird auch weiterhin die Anzahl der Infizierten in Österreich erfassen, wir bitten daher um zeitnahe Meldung von Infektionen!

SARS-CoV-2 Impfungen

Seit 15.01. gibt es im ÖDTR die Möglichkeit, die SARS-CoV-2 Impfung bei DialysepatientInnen und Nierentransplantierten zu dokumentieren.
Bis zum 12.02.2021 wurden bei insgesamt 221 Dialyse- und TransplantpatientInnen SARS-CoV-2 Impfungen gemeldet, davon 216 HD- und PD-PatientInnen sowie 5 Nierentransplantierte. 151 der DialysepatientInnen haben die erste Teilimpfung erhalten, 65 bereits auch die zweite Teilimpfung. Bei den Nierentransplantierten erhielt erst ein Patient beide Teilimpfungen. Bei 28 PatientInnen wurde angegeben, dass die erste Impfung aufgrund der Ablehnung des Patienten/der Patientin oder aus anderen Gründen nichtdurchgeführt wurde, bei drei PatientInnen betraf das die zweite Teilimpfung. Bisher wurden nur Impfungen bei PatientInnen dokumentiert, bei denen keine Antikörper vor der Impfung nachweisbar waren bzw. in denen keine Antikörpertestung durchgeführt wurde. Bei 12 DialysepatientInnen wurden Antikörper nach der zweiten Teilimpfung nachgewiesen, bisher wurde kein Fall eines/einer Dialysepatienten/in dokumentiert, der/die keine Antikörper nach der Impfung entwickelte.

Wir bitten auch weiterhin um die zeitnahe Dokumentation der SARS-CoV-2 Impfung im ÖDTR, um im Rahmen der Qualitätssicherung Informationen zur Effizienz der Impfung in dieser vulnerablen Population zu erhalten, vielen Dank für die Mitarbeit!