SARS-CoV-2 Infektionen im ÖDTR

Dr. Julia Kerschbaum, MSc, MPH, Österreichisches Dialyse- und Transplantationsregister, Department für Innere Medizin IV – Nephrologie und Hypertensiologie, Medizinische Universität Innsbruck 

Seit Beginn der SARS-CoV-2 Pandemie erhebt das Österreichische Dialyse- und Transplantationsregister (ÖDTR) im Auftrag der Österreichischen Gesellschaft für Nephrologie (ÖGN) die Anzahl der SARS-CoV-2 Infektionen bei österreichischen Dialyse- und TransplantpatientInnen. Um die Meldung so einfach wie möglich zu gestalten, wird nur ein minimaler Datensatz abgefragt.

Verlauf der kumulativen Anzahl von SARS-CoV-2 Infektionen

Bis zum 9.4.2021 wurden dem ÖDTR insgesamt 743 Infektionen bei Dialyse- und TransplantpatientInnen gemeldet, davon 561 HD- und PD-Patienten sowie 182 Nierentransplantierte (Grafik).

Grafik: Kumulative Anzahl der SARS-CoV-2 Infektionen und assoziierten Todesfälle, Stand 09.04.2021. Die rückwirkende Steigerung der Fallzahl ergibt sich durch verspätete Meldungen.

Wer ist betroffen?

Das durchschnittliche Alter der infizierten DialysepatientInnen betrug 69,0 Jahre, jenes der Nierentransplantierten 56,3 Jahre. 59.4 % der DialysepatientInnen waren männlich, 68,1 % der Nierentransplantierten. Insgesamt wurden 46,9 % der infizierten DialysepatientInnen in stationärer Betreuung weiterbehandelt, 57,7 % der Nierentransplantierten. 15,3 % verstarben, 17,6 % der DialysepatientInnen und 8,2 % der Nierentransplantierten.

Analog zur Gesamtbevölkerung zeigt sich auch bei Dialyse- und TransplantpatientInnen ein neuerlicher Anstieg in den Infektionszahlen i.S. einer dritten Infektionswelle. Das ÖDTR wird auch weiterhin die Anzahl der Infizierten in Österreich erfassen, wir bitten daher um zeitnahe Meldung von Infektionen!

SARS-CoV-2 Impfungen

Seit 15.01. gibt es im ÖDTR die Möglichkeit, die SARS-CoV-2 Impfung bei DialysepatientInnen und Nierentransplantierten zu dokumentieren.

Bis zum 09.04.2021 wurden bei insgesamt 1571 Dialyse- und TransplantpatientInnen SARS-CoV-2 Impfungen gemeldet, davon 1298 HD- und 42 PD-PatientInnen sowie 231 Nierentransplantierte. 1158 Patienten erhielten auch die zweite Teilimpfung, davon 1031 HD-und 29 PD-Patienten sowie 98 Nierentransplantierte.

Es wurden bisher keine schwerwiegenden Nebenwirkungen berichtet, nach der ersten Teilimpfung traten in 10 Fällen Fieber, in 315 Fällen eine lokale Reaktion sowie in 23 Fällen Kopfschmerzen auf. Nach der zweiten Teilimpfung wurde bei 30 Patienten von Fieber berichtet (mit 2 stationären Aufnahmen), bei 168 Fällen eine lokale Reaktion sowie bei 30 Patienten Kopfschmerzen.

Pfizer/Biontech wurde in 697 HD-, 10 PD- und 116 Nierentransplantierten geimpft, Moderna in 581 HD-, 32 PD- und 106 Nierentransplantierten. AstraZeneca erhielten 4 HD- und 5 NTX-Patienten (bei den restlichen Patienten wurde die Art des Impfstoffs nicht dokumentiert).

Vor der ersten Teilimpfung konnten bei 25 Patienten Antikörper nachgewiesen werden, bei 318 wurden keine nachgewiesen. Bisher wurde bei 9 Patienten keine Antikörperbildung 4 Wochen nach der zweiten Teilimpfung nachgewiesen (im Schnitt nach 26 Tagen), bei 92 wurde eine solche nachgewiesen (im Schnitt nach 30 Tagen).

117 HD-Patienten, 5 PD-Patienten und 16 Nierentransplantierte haben die 1. Teilimpfung abgelehnt, bei der zweiten Teilimpfung waren es drei Patienten.

Wir bitten auch weiterhin um die zeitnahe Dokumentation der SARS-CoV-2 Impfung im ÖDTR, um im Rahmen der Qualitätssicherung Informationen zur Effizienz und Sicherheit der Impfung in dieser vulnerablen Population zu erhalten, vielen Dank für die Mitarbeit!