SARS-CoV-2 Infektionen im ÖDTR

Dr. Julia Kerschbaum, MSc, MPH, Österreichisches Dialyse- und Transplantationsregister, Department für Innere Medizin IV – Nephrologie und Hypertensiologie, Medizinische Universität Innsbruck 

Seit Beginn der SARS-CoV-2 Pandemie erhebt das Österreichische Dialyse- und Transplantationsregister (ÖDTR) im Auftrag der Österreichischen Gesellschaft für Nephrologie (ÖGN) die Anzahl der SARS-CoV-2 Infektionen bei österreichischen Dialyse- und TransplantpatientInnen. Um die Meldung so einfach wie möglich zu gestalten, wird nur ein minimaler Datensatz abgefragt.

Verlauf der kumulativen Anzahl von SARS-CoV-2 Infektionen

Bis zum 04.06.2021 wurden dem ÖDTR insgesamt 790 Infektionen bei Dialyse- und TransplantpatientInnen gemeldet, davon 585 HD- und PD-PatientInnen sowie 205 Nierentransplantierte.

Grafik: Kumulative Anzahl der SARS-CoV-2 Infektionen und assoziierten Todesfälle, Stand 04.06.2021. Die rückwirkende Steigerung der Fallzahl ergibt sich durch verspätete Meldungen.

Wer ist betroffen?

Das durchschnittliche Alter der infizierten DialysepatientInnen betrug 68,7 Jahre, jenes der Nierentransplantierten 56,0 Jahre. 59,3 % der DialysepatientInnen waren männlich, 69,3 % der Nierentransplantierten. 16,8 % verstarben, 19,1 % der DialysepatientInnen und 10,2 % der Nierentransplantierten.

Analog zur Gesamtbevölkerung zeigt sich auch bei Dialyse- und TransplantpatientInnen eine weitere Stabilisierung der Infektionszahlen. Das ÖDTR wird auch weiterhin die Anzahl der Infizierten in Österreich erfassen, wir bitten daher um zeitnahe Meldung von Infektionen!

SARS-CoV-2 Impfungen

Seit 15.01. gibt es im ÖDTR die Möglichkeit, die SARS-CoV-2 Impfung bei DialysepatientInnen und Nierentransplantierten zu dokumentieren.

Bis zum 07.05.2021 wurden bei insgesamt 2462 Dialyse- und TransplantpatientInnen SARS-CoV-2 Impfungen gemeldet, 2039 PatientInnen erhielten auch die zweite Teilimpfung. In Tabelle 1 sind nähere Details zur Art des Impfstoffs, den Nebenwirkungen sowie dem
Antikörpernachweis dargestellt.

Zusammenfassend wurden bisher keine schwerwiegenden Nebenwirkungen berichtet, Aussagen zur Antikörperbildung nach der Impfung können noch nicht getroffen werden, wobei derzeit bei deutlich mehr Nierentransplantierten als DialysepatientInnen keine nachweisbare Antikörperbildung nach der zweiten Impfung dokumentiert wurde.

Wir bitten auch weiterhin um die zeitnahe Dokumentation der SARS-CoV-2 Impfung im ÖDTR, um im Rahmen der Qualitätssicherung Informationen zur Effizienz und Sicherheit der Impfung in dieser vulnerablen Population zu erhalten, vielen Dank für die Mitarbeit!