SARS-CoV-2 Infektionen im ÖDTR

Dr. Julia Kerschbaum, MSc, MPH, Österreichisches Dialyse- und Transplantationsregister, Department für Innere Medizin IV – Nephrologie und Hypertensiologie, Medizinische Universität Innsbruck 

Seit Beginn der SARS-CoV-2 Pandemie erhebt das Österreichische Dialyse- und Transplantationsregister (ÖDTR) im Auftrag der Österreichischen Gesellschaft für Nephrologie (ÖGN) die Anzahl der SARS-CoV-2 Infektionen bei österreichischen Dialyse- und TransplantpatientInnen. Um die Meldung so einfach wie möglich zu gestalten, wird nur ein minimaler Datensatz abgefragt.

Verlauf der kumulativen Anzahl von SARS-CoV-2 Infektionen

Bis zum 30.07.2021 wurden dem ÖDTR insgesamt 821 Infektionen bei Dialyse- und TransplantpatientInnen gemeldet, davon 604 HD- und PD-PatientInnen sowie 217 Nierentransplantierte.

Grafik: Kumulative Anzahl der SARS-CoV-2 Infektionen und assoziierten Todesfälle, Stand 30.07.2021. Die rückwirkende Steigerung der Fallzahl ergibt sich durch verspätete Meldungen.

Wer ist betroffen?

Das durchschnittliche Alter der infizierten DialysepatientInnen betrug 68,5 Jahre, jenes der Nierentransplantierten 56,0 Jahre. 59,6 % der DialysepatientInnen waren männlich, 70,5 % der Nierentransplantierten.  16,9 % verstarben,  19,5 % der DialysepatientInnen und 9,7 % der Nierentransplantierten.

Analog zur Gesamtbevölkerung zeigt sich auch bei Dialyse- und TransplantpatientInnen derzeit nur ein geringer Anstieg der Infektionszahlen. Das ÖDTR wird auch weiterhin die Anzahl der Infizierten in Österreich erfassen, wir bitten daher um zeitnahe Meldung von Infektionen!

SARS-CoV-2 Impfungen

Seit 15.01. gibt es im ÖDTR die Möglichkeit, die SARS-CoV-2 Impfung bei DialysepatientInnen und Nierentransplantierten zu dokumentieren.

Bis zum 30.07.2021 wurden bei insgesamt 2892 Dialyse- und TransplantpatientInnen SARS-CoV-2 Impfungen gemeldet, 2691 PatientInnen erhielten auch die zweite Teilimpfung. In Tabelle 1 sind nähere Details zur Art des Impfstoffs sowie zum Antikörpernachweis dargestellt.

Präzise Aussagen zur Antikörperbildung nach der Impfung können noch nicht getroffen werden, wobei derzeit bei deutlich mehr Nierentransplantierten (35,2 %) als DialysepatientInnen keine nachweisbare Antikörperbildung nach der zweiten Impfung dokumentiert wurde.

Seit dem 24.06.2021 wird vom Nationalen Impfgremium eine dritte Teilimpfung bei fehlendem Nachweis einer humoralen Immunantwort empfohlen, dieser Empfehlung schloss sich die Österreichische Gesellschaft für Nephrologie an, diese kann nun ebenfalls im ÖDTR dokumentiert werden, bei 7 HD- und 62 NTX-PatientInnen wurde eine solche bereits eingetragen.

Bei 25 PatientInnen wurde eine COVID-19-Infektion sieben oder mehr Tage nach der zweiten Teilimpfung dokumentiert („Impfdurchbruch“), dies betraf 20 DialysepatientInnen und 5 Nierentransplantierte. Drei DialysepatientInnen und ein nieren-transplantierter Patient verstarben an der COVID-19-Infektion.

Wir bitten auch weiterhin um die zeitnahe Dokumentation der SARS-CoV-2 Impfung im ÖDTR, um im Rahmen der Qualitätssicherung Informationen zur Effizienz und Sicherheit der Impfung in dieser vulnerablen Population zu erhalten, vielen Dank für die Mitarbeit!